Wie kann ein Druckregler vereisen?

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Zwei Möglichkeiten führen zur Vereisung von Druckreglern in Flüssiggasanlagen. Überraschenderweise braucht es noch nicht einmal Umgebungstemperaturen unter dem Gefrierpunkt, um den Druckregler zu vereisen.

Sie kennen sicherlich das Phänomen: Die Flüssiggasanlage verweigert immer genau dann den Dienst, wenn Sie es am allerwenigsten gebrauchen können. In manchen Fällen ist dafür die Vereisung des Druckreglers verantwortlich. Was aber genau bedeutet das und welche Ursachen hat die Vereisung?

Hintergrund

Wie bereits zu vermuten, legt Eis den Druckregler lahm. Die Umwandlung vom flüssigen in den gasförmigen Zustand eines Mediums (zum Beispiel Flüssiggas) erfordert Energie. Diese wird ausschließlich aus dem Energieangebot der Umgebung und des Mediums gewonnen. Die Folge ist, dass sich Gasbehälter und die angeschlossenen Armaturen – durch die sogenannte Expansionskälte – abkühlen.

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Die Reglerheizung ES2000 hilft, dass Druckregler bei niedrigen Temperaturen und in ganz speziellen Situationen nicht vereisen.
Verhindert die Vereisung von Behälterreglern: die Reglerheizung ES2000
Möglichkeit eins: Innere Vereisung

Man sollte meinen, dass lediglich strenge Minustemperaturen besonders gefährlich sind. Das sind sie allerdings nur bedingt, denn bei Graden unter Null gefriert im Behälter entstandenes Kondenswasser und hat keine Auswirkung auf die Anlage.

Gefährlich wird es bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt – meist in Verbindung mit einer großen Entnahmeleistung. Kondenswasser wird im Gasstrom mitgerissen und gelangt in den Druckregler. Durch die entstandene Expansionskälte des Gases ist der Druckregler kälter als die Umgebung. Feuchtigkeit lagert sich ab, gefriert und behindert die Mechanik, lässt Sicherheitseinrichtungen ansprechen oder setzt die Düse zu. Folge: Die Leistung verringert sich oder die Anlage geht auf Störung.

Das kann bei sowohl bei Flüssiggastanks als auch -flaschen passieren.

Abhilfe bei Tanks

Um der Vereisung vorzubeugen, können Sie eine Reglerheizung einbauen. Geeignet ist die Reglerheizung  für Behälterregler-Kombinationen und Vorstufenregler. Da beide Armaturen immer direkt auf dem Flüssiggastank installiert sind, hat die Heizung eine ATEX-Zulassung für die Zone 1 und 2.

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ES2000-Schnitt
Schnittzeichnung einer Behälterregler-Kombination mit Anschluss der Reglerheizung.

Die Zulassung finden Sie in der Montage- und Bedienungsanleitung auf unserer Homepage.

Abhilfe bei Flaschenanlagen

Gewisse Druckregler (zum Beispiel Typ EN61) oder Regleranlagen (zum Beispiel DuoControl CS oder DuoComfort) können Sie mit einem Eis-Ex ausrüsten. Das Eis-Ex hat die gleiche Funktion wie auch die Reglerheizung: den Druckregler erwärmen.

Möglichkeit zwei:  Äußere Einflüsse vereisen den Druckregler

Neben der oben beschriebenen inneren Vereisung eines Druckreglers gibt es die Vereisung von außen. Das kann beispielsweise passieren, wenn sich

a) Feuchtigkeit aus der Luft zunächst als Schwitzwasser und bei sinkenden Temperaturen als Reif auf der Armatur niederschlägt.

b) Wasser im Druckregler sammelt (zum Beispiel bei erdgedeckten Flüssiggastanks) und gefriert.

Abhilfe bei Feuchtigkeit aus der Luft

Wir empfehlen, den Druckregler geneigt zu den Atmungsöffnungen einzubauen. So kann entstandenes Kondenswasser sicher aus dem Druckregler abgeleitet werden. Sollte der Druckminderer dennoch vereisen, hilft auch hier die Reglerheizung.

Vereister Regler
Von außen vereister Druckregler, bei dem die Reglerheizung knapp 20 Minuten im Einsatz war.
Abhilfe bei Wasser im Druckregler

Prinzipiell muss ein Flüssiggastank so eingelagert werden, dass sich kein Wasser im Domschacht ansammelt. Sollte es doch dazu kommen, empfehlen wir den Einsatz eines Ent- und Belüftungs-Sets für Behälterregler. Damit verhindern Sie, dass das Wasser in den Druckregler gelangt.

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