Ende Juli. Die Sonne brennt vom Himmel. Die Gasflasche steht im Unterschrank des Gasgrills, der mit einer Schutzhaube abgedeckt ist. Da können leicht Temperaturen um die 40 Grad Celsius in der Nähe der Propangasflasche entstehen. Droht dann Gefahr durch Explosion? GOK sagt´s Ihnen in diesem Blog-Beitrag.
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Die Frage, bis zu welcher Temperatur man die Gasflasche im Unterschrank des Gasgrills lagern kann, ist ein echter Dauerbrenner – besonders natürlich im Sommer. Sobald das Thermometer an der 30 Grad-Marke kratzt, wird dem einen oder anderen Gasgriller etwas mulmig in der Magengegend, wenn der Grill samt Gasflasche in der prallen Sonne steht. Das muss aber nicht sein. Warum? Das erklärt GOK in diesem Beitrag.
Ende Juli. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Die Gasflasche steht im Unterschrank des Gasgrills, der wiederum mit einer schwarzen Schutzhaube abgedeckt ist. Da können leicht Temperaturen um die 40 Grad Celsius in der Nähe der Flüssiggasflasche entstehen.
Auch wenn bei einigen das Unbehagen beim Gedanken an das Zusammenwirken von hohen Temperaturen und Flüssiggas wächst, sei gesagt: Auch bei extremer Hitze besteht keine unmittelbare Gefahr!
Steht die Gasflasche direkt in der Sonne bzw. im sich aufheizenden Unterschrank des Gasgrills, beschleicht den einen oder anderen ein mulmiges Gefühl. Muss es aber grundsätzlich nicht!
Absicherung
Alle Flüssiggasflaschen, das schließt die Medien Propan und Butan sowie deren Gemische ein, sind so konstruiert, dass ein Lagern auch bei gefühlt subtropischen Grad-Zahlen möglich ist. Sollte dennoch einmal das Thermometer – aus welchen Gründen auch immer – in schwindelerregende Höhen steigen, greift das Sicherheitsventil ein.
Reines Propan sowie reines Butan haben eine sogenannte Dampfdruckkurve. Das bedeutet: Anhand einer Kurve lässt sich bestimmen, welcher Druck in der Gasflasche bei welcher Temperatur herrscht.
Die Dampfdruckkurve zeigt deutlich, dass selbst bei einer Temperatur von um die 50 Grad Celsius das Sicherheitsventil der Propangasflasche noch nicht ansprechen würde.
Probleme bei 50 Grad?
Aus der Grafik können Sie ablesen, dass bei 40 Grad Celsius der Dampfdruck von Propan bei circa 13 Bar liegt; bei 50 Grad sind es um die 17 Bar. Diese Temperaturen reichen aber bei weitem noch nicht aus, um die Gasflasche zur Explosion zu bringen. Und bevor der Dampfdruck in einen kritischen Bereich kommt, greift das im Gasflaschenventil integrierte Sicherheitsventil ein.
Bei Propan bläst es kontrolliert eine geringe Menge Gas in die Umgebung ab, sobald der Druck über 30 Bar steigt. Butan hat eine wesentlich flacher verlaufende Dampfdruckkurve. Deshalb liegt der Ansprechdruck des Sicherheitsventils bei circa 14 Bar. Das obige Schaubild zeigt den kritischen Temperaturbereich bei beiden Medien gar nicht mehr. Dieser müsste aber deutlich über 80 Grad Celsius liegen.
Wer sich nun Gedanken macht, welche Gasflaschen dieses erwähnte Sicherheitsventil haben, dem sei so viel gesagt: Eigentlich alle Klassiker, also die für Deutschland typischen 5, 11 und 33 Kilogramm-Propangasflaschen.
Die Klassiker für die private Anwendung haben auf jeden Fall ein integriertes Sicherheitsventil: links die Flasche mit 5 Kilogramm Füllgewicht; rechts mit 11 Kilogramm.
Campingflaschen
Sogenannte Campingflaschen, beispielsweise vom Hersteller Camping Gaz, ohne Entnahmeventil können Sie mit einem Gasflaschenventil von GOK ganz simpel nachrüsten. Das Sicherheitsventil ist integriert und funktioniert auch bei diesem Anwendungsfall genauso, wie oben beschrieben – egal ob Sie die Flasche im Caravan bzw. Wohnmobil einsetzen oder auf dem Boot.
Vorschrift Sicherheitsventil
Muss es im Übrigen auch, denn die DVGW-Arbeitsblätter G 607 (für Freizeitfahrzeuge), G 608 (für Boote) sowie G 612 (Freizeit) fordern jeweils ein Sicherheitsventil, das mit dem üblichen Absperrventil für die Gasflasche kombiniert ist.
Auf dem Sicherheitsventil selbst sitzt eine rote (bei Verwendung für Propan) bzw. blaue Kunststoffkappe (bei Verwendung für Butan). Sollte diese fehlen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass das Sicherheitsventil angesprochen hat.
Keine Gefahr im Unterschrank
Zusammenfassend: Auch wenn es mal um den Grill herum etwas hitziger wird – im wahrsten Sinne des Wortes -, droht im Normalfall keine Gefahr durch die Gasflasche. Wer die Hinweise der Hersteller beachtet, die Austauschfristen von Komponenten und den gesunden Menschenverstand eingeschaltet lässt, grillt definitiv immer sicher mit Gas.
Hinter den Beiträgen stehen Fachautoren aus den Bereichen Flüssiggas, Heizöl, flüssige Medien, Tankmanagement und Sicherheitstechnik, die ihr Wissen aus Produktmanagement, Entwicklung, technischer Kundenbetreuung, Schulung und Normungsarbeit einbringen.
Die Mitglieder des Redaktionsteams verfügen über langjährige Praxiserfahrung in der Planung, Anwendung und Weiterentwicklung technischer Lösungen für die sichere Versorgung mit Flüssiggas und flüssigen Brennstoffen. Mehrere Autoren engagieren sich in Fachgremien und Arbeitskreisen des DVGW, DVFG und der figawa sowie in nationalen und europäischen Normungsausschüssen. Zum Team gehören unter anderem Sachkundige nach G 607 und G 608, Befähigte Personen nach TRF sowie Experten, die an der Entwicklung und Bewertung technischer Regelwerke und Branchenstandards mitwirken.
Neben Informationen zu Produkten und Lösungen von GOK vermittelt die Redaktion insbesondere Wissen rund um Sicherheit, Vorschriften, Wartung, Betrieb und zukünftige Technologien im Bereich Flüssiggas und flüssige Medien.
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Dieser Blog will nicht dazu auffordern, dass Privatpersonen oder nicht befähigte Personen selbst in technische Anlagen eingreifen.
Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) muss sich eine befähigte Person um eine überwachungsbedürftige Anlage kümmern.
Eine befähigte Person ist, wer über speziell erforderliche Fachkenntnisse verfügt. Diese werden erworben durch eine Berufsausbildung, entsprechende Berufserfahrung oder eine zeitnahe berufliche Tätigkeit.