Kann ich von außerhalb des Tanks erkennen, ob der Grenzwertgeber eine Loch- oder Schlitzausführung hat?

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Leider sind noch immer Grenzwertgeber in Heizöltanks verbaut, die Löcher statt eines Schlitzes in der Sensorschutzhaube am Ende des Sondenrohrs haben. Wir zeigen Ihnen, welche negativen Folgen das haben kann und was Sie am besten tun sollten.

kaltleiterschutzhaubeGrenzwertgeber sind in vielen Öltanks Pflicht und seit den Achtzigerjahren nur noch in einer Variante lieferbar, was die Öffnung der Sensorschutzhaube am Sondenrohr (Bild) angeht: der Schlitzausführung. Bis dahin war die Lochausführung weit verbreitet. Diese Variante hatte allerdings den großen Nachteil, dass sich die Löcher im Laufe der Zeit „verpilzten”.

Eine Erklärung hierzu finden Sie unter: https://www.zukunftsheizen.de/heizoeltank/bauteile-des-heizoeltanks/grenzwertgeber.html.

Warum die Öffnung am Grenzwertgeber?

Der Sensor eines Grenzwertgebers (ehemals Kaltleiter genannt) innerhalb der Schutzhaube muss spätestens beim zulässigen Füllgrad des Tanks in Berührung mit dem Medium kommen. Nur so kann er ein Überfüllen verhindern. Ungeachtet dessen hat der Tankwagenfahrer die Pflicht, den „Freiraum“ zu ermitteln, also: Welche Menge in Litern passt beim Befüllen in den Tank des Betreibers, bevor der Grenzwertgeber ein weiteres Befüllen stoppt.

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Sollten die Löcher allerdings verstopft sein, passiert im ungünstigsten Fall Folgendes: Der Tankwagenfahrer nimmt mit seiner Füllelektronik (Messverstärker, Abfüllsicherung) einen Test der ordnungsgemäßen Funktion des Grenzwertgebers vor. Obwohl die Löcher zugesetzt sind, gibt seine Abfüllsicherung frei. Wenn der Tankwagenfahrer dann bei der Befüllung nicht aufpasst – die abgegebene Füllmenge ist größer als der ermittelte Freiraum – und sich auf das Ansprechen des Grenzwertgebers verlassen hat – was übrigens verboten ist -, kann es zu einer Überfüllung des Tanks kommen.

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Links die alte Lochausführung des Grenzwertgebers; rechts die seit den Achtzigerjahren gültige Schlitzausführung.

GOK-Empfehlung

Unter anderem hat GOK aufgrund dieser Problematik in den Achtzigerjahren die Konstruktion der Grenzwertgeber geändert. Alle Ausführungen haben nun einen Schlitz am Ende des Sondenrohrs statt der Löcher. Nichtsdestotrotz empfehlen wir, den Grenzwertgeber mit Lochausführung – entgegen der schwammigen Anforderungen aus der TRwS 791-2 – unverzüglich gegen einen neuen Grenzwertgeber auszutauschen anstatt diesen weiter zu nutzen. Lassen sie zudem ihren Tank und dessen Komponenten in regelmäßigen Abständen vom Fachbetrieb prüfen.

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Zurück zur Ausgangsfrage: Nein, wenn Sie am oder auf dem Tank sind beziehungsweise im Domschacht, können sie nicht von außen erkennen, ob er Grenzwertgeber einen Schlitz oder Löcher hat. Wenn Ihr Tank allerdings bis Mitte der Achtzigerjahre errichtet wurde, dann gibt es zwei Dinge:

  • Herzlichen Glückwunsch. Sie können sich glücklich schätzen, dass scheinbar noch immer nichts Schlimmeres passiert ist.
  • Wir empfehlen Ihnen, unbedingt den alten Grenzwertgeber gegen einen neuen mit Schlitzausführung tauschen zu lassen.