Wer viel Flüssiggas und eine stabile Versorgung dafür braucht, der kommt häufig nicht an einer Mehrflaschenanlage vorbei, zum Beispiel bestehend aus vier 33 kg-Flaschen. Auch wenn es unterschiedliche Variationen so einer Vierflaschenanlage gibt, der Grundaufbau ist doch immer recht ähnlich. In diesem Blog-Artikel zeigen wir ihn und weisen auf die wichtigsten Punkte hin.
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Die Anforderung: Eine stabile Energieversorgung von Gasherd und -kochfeld in der Wirtshausküche. Die Lösung: Eine Vierflaschenanlage, bestehend aus 33 kg-Gasflaschen. Denn der Betreiber hat wenig Lust, bei Dauerbetrieb ständig die Gasflaschen tauschen zu müssen. Vor letztendlicher Inbetriebnahme der Anlage sollte sich der Anwender beziehungsweise der Anlagenbauer allerdings noch gezielt mit den Details beschäftigen, vor allem mit der Zusammenstellung der Komponenten der Flaschenanlage.
Die meisten Mehrflaschenanlagen bestehen aus zwei Seiten: Betrieb und Reserve. Die Benennung ist im Grunde genommen selbsterklärend, denn von der einen Anlagenseite wird entnommen; die andere ist dementsprechend als Absicherung gedacht, wenn die Betriebsflaschen leer sind.
Das ist der klassische Aufbau einer Vierflaschenanlage. Der Vollständigkeit halber sei jedoch auch erwähnt, dass nicht nur eine Variante existiert. Es ist beispielweise auch möglich, auf Betriebs- und Reserveseite zu verzichten und aus allen vier Flaschen gleichzeitig zu entnehmen. Im Folgenden widmen wir uns allerdings in der Hauptsache dem „Klassiker“ bei den Mehrflaschenanlagen und dessen Aufbau.
„Klassische“ Vierflaschenanlage mit manuellem Umschaltventil sowie Betriebs- und Reserveseite.
Druckregler
Herzstück jeder Vierflaschenanlage ist der Druckregler, auch häufig Druckminderer genannt. Wie der Name bereits sagt, regelt er den unkontrolliert hohen Gasdruck, der aus den Flaschen kommt, auf den Nenndruck der angeschlossenen Verbrauchsgeräte, wie zum Beispiel Gastherme oder Gasherd.
Die Druckregler für Vierflaschenanlagen mit 33 kg-Gasflaschen benötigen zwingend zwei Sicherheitseinrichtungen an Bord: ein sogenanntes OPSO und ein PRV. Standard bei den Großflaschenanlagen ist ein Druckminderer mit einem Ausgangsdruck von 50 mbar (Millibar) und einer Leistung von 4 kg/h (Kilogramm pro Stunde), was in etwa nominell 51 kW (Kilowatt) entspricht.
Auch wenn der Druckregler das zentrale Bauteil ist, fast genauso wichtig ist bei Vierflaschenanlagen das Umschaltventil. Der Anwender hat dabei die Wahl zwischen einem automatischen und manuellen Umschaltventil oder einem Doppel-Absperrblock.
Automatisches Umschaltventil AUV
Der Unterschied dürfte klar sein: Bei Erstgenanntem wechselt die Anlage automatisch von Betrieb auf Reserve; beim manuellen Umschaltventil oder dem Doppel-Absperrblock muss das der Betreiber selbst machen. Klarer Vorteil der Automatik: Beim Übergang von Betrieb auf Reserve kommt es nicht zu einer Unterbrechung. Die Besonderheit des Doppel-Absperrblocks ist, dass man gleichzeitig aus allen vier Flaschen entnehmen kann – Betriebs- und Reserveseite können also miteinander „verschmelzen“.
Gasschlauch
Während der Anwender Druckregler und Umschaltventil jeweils einmal in Vierflaschenanlagen benötigt, braucht er insgesamt vier Schlauchleitungen. Sie stellen die Verbindung zwischen den einzelnen 33 kg-Flaschen und dem Leitungssystem der Anlage her.
Da sie direkt an die Großflasche angeschlossen werden, müssen die Gasschläuche wiederum für den Hochdruckbereich (druckfest bis einschließlich 30 bar) geeignet sein.
Leitungssystem Vierflaschenanlage
Um die Großflaschen mit Umschaltventil und Druckregler beziehungsweise der nachfolgenden Rohrleitung zu verbinden, braucht es einige Rohrstutzen, Übergangsstücke und Verschraubungen.
Da diese Zusammenstellung schnell mal zur Sisyphusarbeit werden kann, haben wir fertige Sets für Vierflaschenanlagen konzipiert. Diese enthalten alle beschriebenen Bestandteile wie Druckregler, Umschaltventil, Gasschläuche und das komplette Leitungssystem für die Versorgungsanlage:
Zur gleichzeitigen Entnahme: Vierflaschenanlage mit Doppel-Absperrblock : Bestellnummer 05 080 00
Gasströmungswächter und Kugelhahn
Komplett ist die Konzeptionierung der Vierflaschenanlage im Haushaltsbereich (TRF) mit einem Gasströmungswächter und einem Kugelhahnmit thermischer Absperreinrichtung TAE für den Innenbereich. Diese beiden Komponenten sind kein Bestandteil der Sets für die Vierflaschenanlage.
Müssen bei der Konzeptionierung der Vierflaschenanlage einzeln ausgewählt werden: Kugelhahn (li.) und Gasströmungswächter (re.).
Entnahmeleistung
Abschließend noch eine Info zur Entnahme: Auch wenn theoretisch über den Druckregler eine Leistung von bis zu 4 kg/h möglich ist, sollte der Anwender beziehungsweise der Anlagenplaner die maximale Entnahmeleistung von 33 kg-Flaschen beachten sowie die unterschiedlichen Entnahmeszenarien.
Wichtiger Hinweis
Bitte beachten Sie unseren Hinweis, dass die oben beschriebene Planung beziehungsweise Arbeiten an der Anlage nur eine befähigte Person durchführen darf.
Hinter den Beiträgen stehen Fachautoren aus den Bereichen Flüssiggas, Heizöl, flüssige Medien, Tankmanagement und Sicherheitstechnik, die ihr Wissen aus Produktmanagement, Entwicklung, technischer Kundenbetreuung, Schulung und Normungsarbeit einbringen.
Die Mitglieder des Redaktionsteams verfügen über langjährige Praxiserfahrung in der Planung, Anwendung und Weiterentwicklung technischer Lösungen für die sichere Versorgung mit Flüssiggas und flüssigen Brennstoffen. Mehrere Autoren engagieren sich in Fachgremien und Arbeitskreisen des DVGW, DVFG und der figawa sowie in nationalen und europäischen Normungsausschüssen. Zum Team gehören unter anderem Sachkundige nach G 607 und G 608, Befähigte Personen nach TRF sowie Experten, die an der Entwicklung und Bewertung technischer Regelwerke und Branchenstandards mitwirken.
Neben Informationen zu Produkten und Lösungen von GOK vermittelt die Redaktion insbesondere Wissen rund um Sicherheit, Vorschriften, Wartung, Betrieb und zukünftige Technologien im Bereich Flüssiggas und flüssige Medien.
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Eine befähigte Person ist, wer über speziell erforderliche Fachkenntnisse verfügt. Diese werden erworben durch eine Berufsausbildung, entsprechende Berufserfahrung oder eine zeitnahe berufliche Tätigkeit.