Was ändert sich für Heizölanlagen durch die AwSV?

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Lange hat es gedauert, nun ist sie endlich in Kraft: die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, besser bekannt unter dem Kürzel AwSV. Wir sagen Ihnen in einer knappen Zusammenfassung, was sich ändert, was gleich bleibt und was noch stärker in den Fokus rückt.

Die AwSV löste zum 1. August 2017 als bundeseinheitliche Verordnung die 16 länderspezifischen Vorschriften über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) ab. Die Konkretisierung der deutschlandweit gültigen Verordnung findet in den Technischen Regeln für wassergefährdende Stoffe (TRwS) 791-1 und 791-2 statt.

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In der neuen AwSV selbst sind folgende Punkte besonders interessant:
Stärkung der Fachbetriebspflicht
  • Um eine bestehende Heizölverbraucheranlage einer niedrigeren Gefährdungsstufe zuordnen zu können, kann man das Einstellmaß eines Grenzwertgebers auf einen verringerten  betriebstechnisch nutzbaren Rauminhalt des Tanks ändern.
  • Die AwSV verstärkt die Fachbetriebspflicht nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ,die nun bundesweit ab einem Lagervolumen von 1.000 Litern gilt. Die Verordnung senkt somit die Fachbetriebspflicht von 10.000 Liter aus sieben Bundesländern deutlich ab. Es handelt sich um Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfahlen, Saarland, Sachsenanhalt und Schleswig-Holstein.
  • Installationsunternehmen müssen künftig noch stärker auf die Aus- und Weiterbildung des qualifizierten Personals achten, wenn sie auch weiterhin als Fachbetrieb nach § 62 WHG gelten wollen.
Die neu in Kraft getretene AwSV stärkt die Fachbetriebspflicht nachhaltig. Besitzer einer Ölheizung sollten darüber informiert sein.
Die neu in Kraft getretene AwSV stärkt die Fachbetriebspflicht nachhaltig. Besitzer einer Ölheizung sollten darüber informiert sein.
© Gina Sanders / fotolia.com
  • Sachverständigenorganisationen sowie Güte- und Überwachungsgemeinschaften überwachen die Fachbetriebe. Auch wenn der Betreiber für den ordnungsgemäßen Zustand der Anlage verantwortlich ist, hat es sich bewährt, dass Sachverständige Anlagen regelmäßig überprüfen.
  • Oberirdische Heizölverbraucheranlagen ab einem Lagervolumen von 1.000 Litern muss vor Inbetriebnahme grundsätzlich ein Sachverständiger prüfen. Befindet sich die Anlage in festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten, muss sie ein Sachverständiger alle fünf Jahre wiederkehrend prüfen.

Die Auflistung stellt lediglich einen Auszug aus der neuen AwSV dar beziehungsweise aus den TRwS. Für tiefergehende Informationen empfehlen wir Ihnen die Verordnung und das Regelwerk. Die Technischen Regeln Ölanlagen (TRÖl) werden derzeit – auch mit Unterstützung von GOK – überarbeitet.