Darf die Flüssiggasflasche in der Sonne stehen?

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Es ist wohl eine der akutesten Befürchtungen der Grillmeister: Fliegt mir die Flüssiggasflasche um die Ohren, wenn Sie zu lange in der Sonne steht? Auch wenn für einige die Kombination aus  Gasflasche und Sonneneinstrahlung im wahrsten Sinne des Wortes ein explosives Gemisch ergibt, sind die Ängste unbegründet. Wir zeigen, warum.

Jeder, der schon einmal in der prallen Julisonne mit Flüssiggas gegrillt hat, dürfte sich mindestens einmal schon die Frage gestellt haben, ob Gefahr von der Gasflasche droht. Wenn nicht im Unterschrank des Gasgrills, steht die Flasche ungeschützt in der Sonne. Aus dem Physikunterricht wissen die meisten noch: Gas dehnt sich aus, wenn Wärme zugeführt wird.

Warum die Flüssiggasflasche ungefährlich ist

Auch wenn dem in diesem Fall so ist, es ist vollkommen ungefährlich für Leib und Leben.

  • Flüssiggasflaschen werden nie zu 100 Prozent befüllt. Knapp 20 Prozent der Flasche sind nicht mit der flüssigen Phase des Mediums befüllt. Oberhalb der flüssigen Phase muss Platz sein, damit sich gasförmiges Polster bilden kann und damit bei Temperaturanstieg die Flasche nicht direkt an ihre Kapazitätsgrenze stößt.

    Eine Flüssiggasflasche wird vom Befüller lediglich mit 80 Prozent befüllt. Das ist einer der Gründe, warum die Gasflasche auch bedenkenlos in der prallen Sonne stehen kann.
    Flüssiggasflaschen werden nie zu 100 Prozent befüllt. Bei 80 Prozent Füllvolumen liegt das definierte Maximum.
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Keine Gefahr bei Normaltemperatur
  • Gasflaschen müssen aufgrund der Vorgaben für einen Druck von mindestens 50 Bar ausgelegt sein. Bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius herrscht in der Flasche ein Druck von 7 bis 8 Bar. Selbst bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius werden 50 Bar Druck nicht erreicht. Wer also nicht gerade mit der Gasflasche in der Finnen-Sauna kuschelt, lebt vollkommen ungefährlich.

Absicherung vorhanden
  • Last but not least: Sollten einmal tatsächlich 30 Bar Druck in der Flasche herrschen, existiert zudem eine Absicherung. Ein Sicherheitsventil spricht bei eben jenem Druck an und bläst den Überdruck in die Atmosphäre ab. Ist dessen Ansprechdruck unterschritten, schließt das Ventil wieder selbstständig. Die Dampfdruckkurve für Propan zeigt übrigens, dass erst ab einer Temperatur von ca. 80 Grad Celsius ein Druck von über 30 Bar zu erwarten ist.
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Fazit

Nicht weit von unserem Firmenstandort entfernt, im unterfränkischen Kitzingen, wurde schon zweimal der aktuelle Hitzerekord von 40,3 Grad Celsius gemessen. Selbst wenn Sie bei dieser Gluthitze die Gasflasche voll in der Sonne parken, fliegt Ihnen das Behältnis nicht während des Grillens um die Ohren.