Wie funktioniert ein Gasströmungswächter bei Flüssiggasanlagen?

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Der Deutsche Verband für Flüssiggas (DVFG) verpflichtet Betreiber einer Flüssiggasanlage zu privaten Zwecken nach den technischen Regeln für Flüssiggas (kurz: TRF 2012) zum Einbau eines Gasströmungswächters. Jede neue Gasheizung muss demzufolge über diese Sicherheitskomponente verfügen. Auch wer wesentliche Änderungen an seiner Flüssiggasheizung vornimmt, hat einen Gasströmungswächter zu installieren.

Wie ein Gasströmungswächter (GS) funktioniert und wie er Hausbewohner vor gefährlichem Gasaustritt schützt, verrät dieser Blogbeitrag.

Aufbau und Einbau

Bei einem Gasströmungswächter handelt es sich um ein Sicherheitsbauteil in der Flüssiggasanlage. Im Inneren dieser Komponente befindet sich eine Art Ventil. Dieses setzt sich aus einem Ventilsitz, einer Feder und einem Ventilteller zusammen. Eine innenliegende Dämpfung gewährleistet den störungsfreien Betrieb der Flüssiggasanlage bei Leistungsänderung.

Hintergrund und Zweck dieses Bauteils  

Eine Gasleitung darf nie ohne ihre vorherige Überprüfung durch den Fachmann in Betrieb genommen werden. Zunächst ist sicherzustellen, dass alle Rohre und Armaturen in einem einwandfreien Zustand sind. Ebenfalls ist zu prüfen, ob eventuelle Beschädigungen oder Undichtigkeiten am Rohr vorliegen. Erst im Anschluss wird das Gas in die Leitung eingelassen.

Trotz intensiver Überprüfung ist die Gasleitung nicht generell und auf lange Sicht vor eventuellen Undichtigkeiten oder Manipulation geschützt. Im Falle solcher Defekte tritt der Gasströmungswächter in Funktion und stellt die Zufuhr des Flüssiggases ein. Der GS ist ein Bauteil, das die Manipulationssicherheit gewährleistet. Er reagiert bei Überschreiten der eingestellten Durchflussmenge, zum Beispiel durch das Lösen von Verschraubungen oder die Trennung von Rohrleitungen und sperrt den Gasdurchfluss ab. Da zum selbsttätigen Öffnen eine Überströmöffnung benötigt wird, ist der Gasabsperrhahn nach dem Ansprechen der Sicherheitseinrichtung schnellstmöglich zu schließen.

Die Funktionsweise einfach erklärt

Ein Gasströmungswächter reagiert auf das durch ihn hindurchströmende Flüssiggas. Wenn, wie im obigen Fall bereits geschildert, ein Defekt an der Flüssiggasanlage oder an der Gasleitung selbst vorliegt, fließt das Gas schneller durch den GS hindurch. In der Gasleitung hinter dem Gasströmungswächter kommt es zu einem Druckabfall. Gleichzeitig strömt Gas aus der Versorgungsleitung nach, sodass in den Leitungen vor und nach dem installierten Gasströmungswächter unterschiedliche Drücke herrschen. Dieses ungleiche Druckverhältnis führt dazu, dass der Ventilteller sich in den Ventilsitz des Wächters setzt. Dieser Vorgang sperrt die Gaszufuhr in die nachfolgende Rohrleitung ab.

Im Schaubeispiel handelt es sich um eine typische Behälteranlage mit einem Flüssiggastank. Der Gasströmungswächter ist nach der zweiten Stufe der Druckregelung eingebaut.
Im Schaubeispiel sehen Sie eine typische Behälteranlage mit einem Flüssiggastank. Der Gasströmungswächter ist nach der zweiten Stufe der Druckregelung eingebaut.
Lässt sich ein Gasströmungswächter mehrfach verwenden?

Ist die Gasleitung überprüft und wieder dicht, gelangt Gas aus der Versorgungsleitung über die Überströmöffnung des Gasströmungswächters in die Gasleitung. Mittels dieses Vorgangs baut sich in den Leitungen nach dem Gasströmungswächter Gasdruck auf. Findet ein Druckausgleich statt, öffnet der GS und ist einsatzbereit. Ein Gasströmungswächter lässt sich demzufolge mehrfach einsetzen.

Vorsicht: Bei erneuter Inbetriebnahme einer Gasleitung bzw. Gasanlage ist darauf zu achten, das Gas langsam in die Leitung einzulassen, da ansonsten der Gasströmungswächter das innenliegende Ventil schließt und die Gaszufuhr stoppt. Dann erfolgt das Befüllen der folgenden Leitungen nur durch die Überströmöffnung und das kann, je nach Leitungslänge einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. 

Wenn die Flüssiggasflaschenanlage nach den TRF errichtet wird und es sich um 33 Kilogramm-Flaschen handelt, braucht der Betreiber einen Gasströmungswächter. Dieser sitzt zwischen Druckregler und Versorgungsleitung.
Wenn die Flüssiggasflaschenanlage nach den TRF errichtet wird und es sich um 33 Kilogramm-Flaschen handelt, braucht der Betreiber einen Gasströmungswächter. Dieser sitzt zwischen Druckregler und Versorgungsleitung.
Was ist bei der Auslegung zu berücksichtigen? 

Folgende Parameter sind bei der Dimensionierung Ihres Gasströmungswächters zu berücksichtigen:

  • Der Versorgungsdruck. Denn je nach Druckverhältnis ändert sich der Installationsort des Gasströmungswächters.
  • Die Summe aller Anschlusswerte
  • Die Nennwerte der Gasleitung

Der Heizungsinstallateur oder Ihr Flüssiggasversorger hilft Ihnen bei Vorlage der entsprechenden Werte gerne bei der Auswahl des passenden Gasströmungswächters.

Hier gibt es zudem interessante Informationen, was beim Kauf einer Gasheizung zu berücksichtigen ist.

Bitte beachten Sie unseren Hinweis, dass die oben beschriebenen Arbeiten an der Anlage nur eine befähigte Person durchführen darf.