Wie prüfe ich den Grenzwertgeber in einem Batterietanksystem?

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Heizöl wird häufig in Batterietanks gelagert, also mehreren, miteinander verbundenen  Tanks statt einem großen. Beim Befüllen eines einzelnen Tanks oder eines Batterietanks übernimmt der Grenzwertgeber die Aufgabe als Sicherheitseinrichtung gegen Überfüllung. Die Funktionsfähigkeit des Grenzwertgebers muss der Fachbetrieb nach AwSV von Zeit zu Zeit, der Tankwagenfahrer vor jeder Befüllung prüfen. Aber funktioniert die Prüfung, wenn es nicht nur einen Tank gibt, sondern eine Batterie von Tanks?

Anwendungsfall Einzeltank

Gleich vorneweg: Prinzipiell prüfen Fachbetriebe, Sachverständige oder Tankwagenfahrer genau so, als würde nur ein einzelner Tank zu prüfen sein. Beim Einzeltank ist die Prüfung sehr simpel: Der Fachmann koppelt zum Beispiel das Grenzwertgeber-Prüfgerät Typ F-Stop GWG-PG 1 mit der Wandarmatur als Anschlusseinrichtung des Grenzwertgebers.

Baut man den Grenzwertgeber aus dem Tank aus, ist die in EN 13616 enthaltene Trocken-Nass-Prüfung als alleiniger Nachweis für seine Funktion ziemlich komfortabel durchzuführen. Die Reaktionszeit des Grenzwertgebers lässt sich direkt am Prüfgerät ablesen.

Im Prinzip unterscheidet sich die Prüfung eines einzelnen Öltanks nicht von der eines Batterietanksystems.
Im Prinzip unterscheidet sich die Prüfung eines einzelnen Öltanks nicht von der eines Batterietanksystems.
Anwendungsfall Batterietank

Angenommen im Keller hat ein Hausbesitzer ein aus drei Tanks bestehendes Batterietanksystem, das mit dem Sicherheitssystem F-Stop GWG-FSS ausgerüstet ist. Im ersten Tank steckt der Grenzwertgeber; in den beiden weiteren sind Füllstandssensoren Typ FSS verbaut, die mittels Verbindungseinheiten zusammengefasst sind. Während der Grenzwertgeber auf das Einstellmaß X im Tank zu fixieren ist, werden die Füllstandsbegrenzer auf das Einstellmaß XFSS beim zulässigen Füllungsgrad von 95 % (V/V) positioniert.

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Zur Prüfung des gesamten Systems muss der Fachmann ebenfalls das Prüfgerät an die Wandarmatur des Grenzwertgebers anschließen. Wie üblich führt er seine Prüfung durch – unabhängig davon, wie viele Tanks der F-Stop überwacht.

Bevor der Tankwagenfahrer die Batterietanks befüllt, muss er die Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtung F-Stop GWG-FSS prüfen. Empfehlenswert: das Grenzwertgeber-Prüfgerät PG-1.
Bevor der Tankwagenfahrer die Batterietanks befüllt, muss er die Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtung F-Stop GWG-FSS prüfen. Empfehlenswert: das Grenzwertgeber-Prüfgerät PG-1.
Bedingungen für bestandene Prüfung

Das Sicherheitssystem F-Stop funktioniert ordnungsgemäß, wenn

  • die entsprechenden grünen LEDs auf dem Prüfgerät leuchten und
  • die LEDs auf der Verbindungseinheit II aller Füllstandssensoren aufblinken.

Zeigt die LED auf der Verbindungseinheit II eines Füllstandssensors dauerhaftes Leuchten oder gar nichts, muss dieser Füllstandssensor oder seine Verbindungseinheit instandgesetzt bzw. ausgetauscht werden.

Die Hersteller von Grenzwertgebern fordern: Grenzwertgeber sind Sicherheitseinrichtungen und als solche mindestens alle 10 Jahre auf Funktion zu prüfen. Diese Funktionsprüfung beinhaltet auch eine Prüfung der Abschaltung und Reaktionszeit (kleiner gleich 1,5 s) durch Eintauchen in Flüssigkeit. Die Prüfung ist mit einem geeigneten Prüfgerät durchzuführen. Die Prüfung ist zu dokumentieren.

Reaktionszeit ≤ 1,5 Sekunden

Auch bei Batterietanks liefert die Trocken-Nass-Prüfung den besten Anhaltspunkt, ob der Grenzwertgeber mit bzw. ohne angeschlossene Füllstandssensoren wie vorgesehen funktioniert.

Zuerst löst der Prüfer an der Verbindungseinheit I des Grenzwertgebers den Stecker von der Verbindungseinheit II des Füllstandssensors und setzt dort den Endstückstecker, der an der letzten Verbindungseinheit II montiert ist, ein. Dann baut er den Grenzwertgeber aus dem Tank aus, schließt das Prüfgerät an und startet durch Drücken und Halten der Taste „TEST“ den Aufheizvorgang.

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Taucht der Prüfer den Sensor des Grenzwertgebers nun in eine Prüfflüssigkeit, darf die Reaktionszeit nicht mehr als 1,5 Sekunden betragen. Sollte die Reaktionszeit über 1,5 Sekunden liegen (1), blinkt die rote LED (3) am Prüfgerät und signalisiert den Defekt. Liegt die Reaktionszeit im zeitlichen Korridor von ≤ 1,5 Sekunden (2), gilt die Prüfung als bestanden.

Potenzielle Prüfflüssigkeit

Als Prüfflüssigkeit ist hier Heizöl oder eine ölhaltige Flüssigkeit geeignet. Für die Prüfflüssigkeit Wasser erhält man dagegen kürzere und nicht repräsentative Reaktionszeiten.

Im nächsten Schritt ist der Endstückstecker von der Verbindungseinheit I des Grenzwertgebers zu entfernen und dort der Stecker von der Verbindungseinheit II des Füllstandssensors  einzusetzen. Der Prüfer montiert den Endstückstecker wieder an der letzten Verbindungseinheit II. Der oder die Füllstandssensor/en sind ebenfalls aus dem Tank auszubauen.

Testprozedere und Trick

Das bereits angeschlossene Prüfgerät PG-1 durch Drücken und Halten der Taste „TEST“ bedienen und den Sensor des Füllstandssensors in die Prüfflüssigkeit eintauchen, wobei in diesem Fall auch Wasser geeignet ist. Das Prüfgerät zeigt die Reaktionszeit an und die LED an der Verbindungseinheit II blinkt. Diese Prüfung für jeden Füllstandssensor vornehmen; zuvor Grenzwertgeber abkühlen lassen und zurückgebliebene Prüfflüssigkeiten am Sensor entfernen.

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Sollte der Prüfer den Grenzwertgeber bzw. Füllstandssensor nur mit hohem Montageaufwand aus dem Tank entnehmen können, gibt es eine alternative Methode. Der Prüfer öffnet einen Tankstutzen, führt dort ein Gefäß in den Tank, füllt es mit Heizöl und bringt den Sensor damit in Kontakt.

Sollte der Grenzwertgeber nicht voll funktionsfähig sein, kann das gravierende Folgen bei der Befüllung durch den Mineralölhändler haben. Daher unbedingt regelmäßig prüfen (lassen).
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Keine Befüllung erlaubt

Liegt die ermittelte Reaktionszeit von Grenzwertgeber und/oder Füllstandssensor über 1,5 Sekunden, darf der Tank natürlich nicht befüllt werden und der Fachbetrieb muss sich auf die Fehlersuche machen. Der Monteur muss die betroffenen Komponenten instandsetzen oder austauschen.

Liegt/Liegen die Reaktionszeit/en aller Grenzwertgeber und Füllstandssensoren nicht über 1,5 Sekunden, haben Prüfer und Anlagenbetreiber den Beweis, dass das Sicherheitssystem F-Stop GWG-FSS mit Grenzwertgeber und Füllstandssensor(en)  ordnungsgemäß arbeitet.