Worauf ist beim Einbau und Betrieb eines Gasherds mit Propan im Haus zu achten?

Ungefähre Lesedauer: 5 Minuten

Sie wollen einen Gasherd oder ein Gaskochfeld mit einer Gasflasche im Einfamilienhaus oder einer Mietwohnung betreiben? Wir klären in diesem Artikel wichtige Fragen, wie zum Beispiel: Welche Vorschriften und technische Regeln existieren? Welche Gasflaschen sind in der Wohnung oder im Haus erlaubt und wie müssen Sie diese lagern? Welcher Druckminderer muss zum Einsatz kommen und worauf ist bei der Installation zu achten?

Kochen mit Gas erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Entweder existiert bereits ein Anschluss ans Erdgas-Netz oder Hobby- und Profiköche vertrauen auf Propan, das sogenannte Flüssiggas, als Energieform in der Gasflasche.

Fokus auf die Düse

Vorab: In diesem Beitrag geht es ausschließlich um den Betrieb von Gasherden mit Propangas. Es kann durchaus sein, dass einige Gasherde und Gaskochfelder ab Werk mit Düsen für Erdgas ausgestattet sind. Wollen Sie Herd und Kochfeld aber über eine oder mehrere Propangasflaschen betreiben, benötigen Sie spezielle Düsen.

Keine Sorge: Dafür müssen Sie meist nicht nächtelang das Internet durchstöbern, um die eventuell passenden Düsen beim Versandhändler in Taiwan zu finden. Viele Hersteller legen für den Gasflaschenbetrieb passende Düsen bei, damit der Umbau von Erdgas zu Propan kein Problem ist.

Tipp: Wenn Sie bereits im Vorfeld wissen, dass Sie den Herd über die Gasflasche betreiben wollen, vergewissern Sie sich beim Hersteller oder Händler, dass die passenden Düsen im Lieferumfang dabei sind.

Achten Sie bereits vor dem Kauf des Gasherds darauf, welche Düsen eingebaut sind. Sollten Sie andere benötigen, fragen Sie am besten direkt den Hersteller nach passenden. Das erspart viel Ärger.

Kleinflaschen – Nutzung und Lagerung

Ebenfalls vorab sollten Sie sich Gedanken machen, welche Gasflaschen Sie verwenden möchten, wo diese stehen sollen und den Lagerort. Grundsätzlich ist es dem Betreiber überlassen, welche Propangasflasche er einsetzt: 5, 8, 11 oder 33 kg-Flaschen sind erlaubt – auch wenn es Einschränkungen gibt.

Soll die Gasflasche im Haus oder der Mietwohnung stehen, kommen lediglich die sogenannten Kleinflaschen in Frage. Das sind zum Beispiel alle Flaschen mit einem Füllgewicht von 5, 8 oder 11 Kilogramm – maximal 16 Kilogramm.

Von diesen sogenannten Kleinflaschen dürfen Sie eine direkt angeschlossen haben und eine weitere in Haus oder Wohnung lagern. Die beiden Gasflaschen – egal ob voll oder leer – dürfen allerdings nicht im selben Raum stehen und auf gar keinen Fall in Schlafräumen! Das heißt: Wenn eine Gasflasche zum Betrieb angeschlossen ist, dürfen Sie eine weitere innerhalb des Hauses oder der Wohnung lagern.

Auch interessant:  Welche Flüssiggasflaschen darf ich im Gebäude einsetzen?

Die 5 und 11 kg-Gasflaschen dürfen im Gebäude stehen, wenn der Gasherd dort betrieben wird. Allerdings gibt es Vorschriften für die Nutzung und Lagerung.
Die 5 und 11 kg-Gasflaschen dürfen im Gebäude stehen, wenn der Gasherd dort betrieben wird. Allerdings gibt es Vorschriften für die Nutzung und Lagerung.

Großflaschen – Nutzung und Lagerung

Propangasflaschen mit einem Füllgewicht von zum Beispiel 33 Kilogramm dürfen Sie theoretisch auch im Gebäude einsetzen, allerdings bedarf es dafür einen eigenen Flaschenaufstellraum, der wiederum gewisse Voraussetzungen erfüllen muss.

Praxisnäher ist es, dass es keinen eigenen Raum dafür gibt und somit die 33 kg-Flaschen im Freien aufgestellt werden müssen. Dort können Betreiber auch Mehrflaschenanlagen aufbauen und mehrere Gasflaschen lagern, allerdings braucht es dafür dann einen Schutz „vor dem Zugriff Unbefugter“, so der Wortlaut der Technischen Regeln Flüssiggas (TRF) – also zum Beispiel einen Flaschenschrank aus nicht brennbaren Materialien.

Beispielhafte Schemazeichnung einer Mehrflaschenanlage mit 33 kg-Gasflaschen.
Beispielhafte Schemazeichnung einer Mehrflaschenanlage mit 33 kg-Gasflaschen.

Druckminderer Gasherd – z.B. 5 oder 11 kg-Flasche

Kein Gasherd oder Gaskochfeld der Welt funktioniert ohne einen Druckminderer, auch Druckregler genannt. Dieser regelt den hohen, temperaturabhängigen Druck der Gasflasche auf ein konstantes Maß, damit das Gasgerät optimal arbeiten kann.

Gemäß den Vorschriften aus den TRF müssen Druckminderer, die Betreiber im Haus einsetzen möchten, über Folgendes verfügen:

  • Überdruck-Sicherheitseinrichtung mit Sichtanzeige
  • Manometer
  • Thermische Absperreinrichtung

Auch interessant:  Wie funktioniert eine Überdruck-Sicherheitseinrichtung S2SR?
GOK bietet zwei Sets an, die es besonders einfach machen, eine sichere Verbindung zwischen Gasflasche und Gasherd oder Gaskochfeld herzustellen. Das ist zum einen das sogenannte Herdanschluss-Set Pro und zum anderen das Herdanschluss-Set Basic. Unterschiede und Vorteile haben wir in einer Grafik aufgelistet:

Bitte auf das Bild klicken für eine größere Darstellung.

Druckminderer Gasherd – 33 kg-Flasche

Wie unter Großflaschen – Nutzung und Lagerung erwähnt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Davon hängt auch ab, welchen Druckminderer der Betreiber verwenden sollte. Sicher ist: Der Druckminderer braucht auf jeden Fall die Sicherheitseinrichtungen OPSO und PRV.

Ansonsten kommt es darauf an, welche Anlagenform der Betreiber wählt:

Fazit

Speziell beim Betrieb eines Gasherds oder Gaskochfelds im Haus mit einer Kleinflasche sind Einbau und Betrieb ziemlich simpel. Betreiber wählen zwischen dem Herdanschluss-Set Pro oder Basic und haben alle notwendigen Komponenten gemäß den Technischen Regeln Flüssiggas.

Wer Herd oder Kochfeld über eine außen stehende Großflasche betreiben will, sollte sich vorab schon mit einem Fachbetrieb in Verbindung setzen. Sich bei Fachleuten zu informieren, schadet aber generell weder beim geplanten Betrieb mit Kleinflasche noch mit Großflasche. Denn die Gasanlage muss ohnehin vom Sachkundigen/Fachmann vor der Inbetriebnahme und wiederkehrend alle 10 Jahre geprüft, und das Ergebnis dokumentiert werden. Druckminderer und Gasschläuche müssen alle 10 Jahre gegen neue getauscht werden.