Wie unterscheiden sich gewerblicher und privater Betrieb eines Gasgrills?

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Ob Sie einen Gasgrill als Gewerbetreibender oder Privatperson nutzen, entscheidet über die anzuwendenden Vorschriften sowie Prüf- und Austauschfristen, Druckregler und Schlauchbruchsicherung.

Vorneweg stellt sich die Frage, was eine private und was eine gewerbliche Nutzung ist. Wenn Sie beispielsweise für Ihre Familie oder Freunde grillen und damit keinen kommerziellen Zweck verfolgen, nutzen Sie den Gasgrill ausschließlich privat. Demgegenüber steht die gewerbliche Verwendung von Gasgrills. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Gasgrills in Restaurants
  • Gasgrill in Imbissständen
  • Gasgrills auf Verkaufsständen auf Märkten
Sportverein = Gewerbe?

Man kann geteilter Meinung sein, ob es ein gewerblicher oder privater Betrieb eines Gasgrills ist,  wenn der Sportverein an seinen Heimspielen den Zuschauern Bratwurst und Steaks auf Gasgrills zubereitet und verkauft. Da der Verkauf entgeltlich ist und einem kommerziellen Zweck dient, handelt es sich jedoch eher um ein Gewerbe.

Nachdem wir geklärt haben, was eine private und was eine gewerbliche Nutzung des Gasgrills ist, können wir auf die Unterschiede eingehen.

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Druckregler

Wenn Sie privat im Freien grillen, sind keinerlei Sicherheitseinrichtungen beim Druckregler vorgeschrieben. Was nicht heißt, dass nie etwas passieren kann. Immer mehr Hobby-Griller, die sich eingehender mit den Bauteilen um den Gasgrill herum beschäftigt haben, erkennen die Vorzüge hochwertiger Druckregler mit Sicherheitseinrichtungen. Im Fall der Fälle schützen sie die teilweise sehr teuren Gasgrills vor Schäden durch Überdruck und – was bedeutend wichtiger ist – den Griller und die Mitmenschen.

Zudem bietet ein Manometer die Möglichkeit einfach und schnell eine Dichtheitsprüfung durchzuführen, bevor Sie den Grill anwerfen. Im gewerblichen Bereich sind Druckregler mit Überdrucksicherheitseinrichtung Pflicht. Ebenfalls ein Muss, wenn der Grill in einem Raum und nicht im Freien steht: die thermische Absperreinrichtung. Ob der Druckregler von GOK über eine solche verfügt, erkennen Sie, wenn auf dem Typschild ein „t“ oder „F1-T“ steht.

Schlauchbruchsicherung

Sowohl bei der privaten als auch der gewerblichen Verwendung eines Gasgrills ist die Schlauchbruchsicherung nicht von vornherein Pflicht. Wenn Sie eine Schlauchleitung verwenden, die kleiner oder gleich 400 Millimeter ist, können Sie auf die Sicherheitsarmatur in jedem Fall verzichten. Im gewerblichen Bereich ist sie ab einer Schlauchleitungslänge von mehr als 400 Millimetern Pflicht, bei privatem Gebrauch ab 1.500 Millimetern.

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Automatische Schlauchbruchsicherung

 

Schlauchleitungen

Egal wie Sie Ihren Gasgrill nutzen, die Schlauchleitungen sind immer dieselben: Orange, zumeist aus Gummi mit Textileinlage und in unterschiedlichen Längen sowie Anschlüssen.

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Austauschfristen

Das Arbeitsblatt G 612 (A) des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) regelt den „Betrieb von ortsveränderlichen Flüssiggasanlagen im Freizeitbereich zur Verwendung im Freien“, sprich: unter anderem die private Nutzung von Gasgrills. Demnach sind Verschleißteile wie Druckregler und Schlauchleitung spätestens zehn Jahre nach Herstelldatum gegen neue auszutauschen.

Für das Gewerbe legt die Vorschrift 79 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV V 79; bisher: BGV D 34) die Austauschfristen fest. Diese Vorschrift gilt nur für Deutschland. Spätestens acht Jahre nach Herstelldatum muss der Betreiber Druckregler, Schlauchleitung und sonstige Verschleißteile der Flüssiggasanlage tauschen.

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Prüfung

Zu guter Letzt die Unterschiede in der Prüfung der Anlage. Bei privater Nutzung sollten Sie vor jeder Benutzung eine vereinfachte Dichtheitsprüfung durchführen. In diesem Beitrag können Sie nachlesen, wie das gemacht wird: Wie führe ich eine vereinfachte Dichtheitsprüfung an einer Flüssiggas-Flaschenanlage durch?

Flüssiggasanlagen, mit denen ein Gasgrill betrieben wird, sollten sowohl im Gewerbe als auch im privaten Bereich regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden.
Dichtheitsprüfung mit schaumbildendem Mittel (zum Beispiel: Lecksuchspray).

Der Gewerbetreibende hat deutlich mehr Pflichten in Bezug auf die Prüfung seiner Flüssiggasanlage. Er muss eine befähigte Person beauftragen, die:

  • die Anlage vor der ersten Inbetriebnahme prüft.
  • nach Instandsetzungsarbeiten oder Veränderungen prüft, die die Betriebssicherheit beeinflussen können.
  • die Anlage nach Betriebsunterbrechungen von mehr als einem Jahr prüft.

In der Praxis hat es sich durchgesetzt, dass die gesamte Flüssiggasanlage wiederkehrend spätestens nach zwei Jahren von einer befähigten Person geprüft wird. Wenn Sie Gewerbetreibender sind, empfehlen wir Ihnen, die DGUV V 79 zu lesen und umzusetzen.

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